26.07.2015

Bolivien entdecken!

Nach unserem 16-tägigen Bolivien-Aufenthalt sind wir nun gut von dieser aufregenden, spannenden und faszinierenden Reise zurück und ich habe natürlich viele Fotos, interessante Erlebnisse und Eindrücke im Gepäck, die ich gerne mit euch teilen möchte.

Wer einmal nach Bolivien reisen möchte, dem sollte klar sein, dass das ein Abenteuer werden kann. Ich wusste nicht so wirklich was mich erwarten würde...und das war, im Nachhinein betrachtet, vielleicht auch gut so. Aber ich kann jetzt sagen: Es war geil! Entschuldigt bitte diesen Ausdruck, aber diese "Unwort" beschreibt es einfach am Besten und das könnt ihr anhand der Bilder sicherlich auch nachvollziehen. Die Erlebnisse und die faszinierende Natur entschädigten schnell für lange Märsche mit viel Gepäck, klirrende Kälte, stechend-kaltes Wasser, keine Heizung, die Sanitären-Anlagen waren teilweise zum Weglaufen und und und. Aber lasst euch davon bitte nicht abhalten dieses Land zu bereisen. Wenn man einige Dinge beachtet und im Vorfeld organisiert, dann werdet ihr dort eine tolle Zeit haben...so wie wir auch.

Hier schonmal kurz und knapp unsere Reise-Route:


Quelle: Lonley Planet


    Eckdaten zu Bolivien
    • Währung: Boliviano (1 € = ca. 7,5 BOB)
    • Sprache: spanisch
    • Größe: 1,1 Mio. qkm - fast 3 Mal so groß wie Deutschland/ca. 10,6 Mio. Einwohner
    • Präsident: Juan Evo Morales Ayma
    • Klima: Regenzeit von Dezember bis April - Trockenzeit von Juni bis Oktober, je nach der Höhenlage sehr kühl
    • Verkehrsmittel: Bus, Bahn, Teleferico (innerhalb von La Paz)
    • Geld und -automaten: an unseren Zielen waren stets Geldautomaten vorhanden - habt immer genug Bargeld dabei, denn Kreditkarten werden kaum akzeptiert
    • Höhe: von ca. 800 m ü.d.M. bis 6439 m ü.d.M (Illimani)
    • Sicherheit: ich habe es als durchaus unproblematisch empfunden
    • Touristen: viele Europäer und Amerikaner
    • Sonstiges: Bolivien trat 2011 aus der Wiener Drogenvereinigung aus, somit ist Cocablatt-Kauen und Coca-Tee-Trinken auch erlaubt, beides ist überall zu bekommen


    Must-haves

    • Schlafsack bis -10°C
    • Trekking-Rucksack
    • Toilettenpapier
    • Desinfektionstücher
    • Hygiene-Gel
    • für die Damen: feuchte Kosmetiktücher, Papier-Taschentücher
    • unbedingt warme Kleidung (Handschuhe, Mütze, Schal können günstig vor Ort gekauft werden)
    • gutes und warmes Schuhwerk
    • Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor
    • Fettstift für die Lippen
    • dunkle Sonnenbrille
    • Taschenlampe
    • ggf. Medikamente aufgrund des Höhenunterschiedes (gegen Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit)
    • viel trinken, auch ohne Durstgefühl



    Coroico/Yungas

    Coroico

    In Coroico haben wir zwei Nächte im hübschen und sehr idyllisch gelegenem Hotel "Sol y Luna" verbracht. Die Inhaberin kommt aus Deutschland und ihr könnt sogar im Vorfeld auf das deutsche Konto überweisen. Ein Ort zum Entspannen mit Anbindung zu einem sehr gutem Restaurant dirkt am Hotel. Das Hotel liegt etwas außerhalb, kann aber zu Fuß über einen kleinen und gut begehbarem Weg innerhalb von 20 Minuten erreicht werden. Dort sind auch kleine Cafés und Restaurants zu finden. Empfehlen kann ich hier das "Artcafé" direkt an der Plaza. Dort bekommt man guten Kaffee und leckeren Kuchen.

    Von Coroico aus können schöne Wanderungen oder auch Mountainbike-Touren unternommen werden...aber man kann auch einfach nur die Ruhe und die schöne Aussicht genießen. Dieser kleine Ort mit ca. 3200 Einwohnern ist von Hügeln mit Kaffee- Zitrus- Banananen- und Cocaplantagen umgeben. Coroico liegt auf 1750 m Höhe und ist daher gut geeignet, um sich an den Höhenunterschied zu gewöhnen. Aus diesem Grunde sind wir auch direkt von La Paz nach Coroico gefahren. Der Körper hat doch hier und da mit dem Höhenunterschied zu kämpfen (z.B. Kopfschmerzen, Atemnot etc.). Aber alles halb so schlimm! Wir haben die leichten Kreislaufbeschwerden mit Coca-Tee bekämpft. Drei bis vier Tassen pro Tag waren keine Seltenheit *grins*.

    Coroico

    Wie in vielen Städten Boliviens, konnten wir auch in Coroico das bunte Treiben an den Marktständen und auf den Straßen beobachten.

    Coroico



    La Paz

    La Paz mit dem Illimani (6439 m)

    La Paz ist nach Santa Cruz die zweitgrößte Stadt Bolivien und zählt 1,4 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist aber nicht Santa Cruz oder La Paz, sondern Sucre. Allerdings ist in La Paz der Regierungssitz. Der höchste Punkt von La Paz liegt bei 4100 m...somit ist La Paz eine der höchstgelegenen Großstädte der Welt. Auf den ersten Blick ist die Stadt nicht wirklich schön anzusehen, aber wann man durch die kleinen Gassen schlendert oder mit Hilfe der Teleferico (Seilbahn) die Stadt von oben betrachtet, beeindruckt das Bild doch enrom. La Paz liegt ja in einem Tal und die Stadt wächst die Hänge hoch. Das Leben spielt sich im Stadtkern ab und dort ist es dann auch recht hektisch - Verkehrschaos vorprogrammiert.

    Der Blick auf La Paz - bei Tag und Nacht - ist durchaus eindrucksvoll und spektakulär.

    La Paz

    Wir hatten das Glück, dass wir in La Paz bei Freunden übernachten durften und wir von dort aus verschiedene Tages-Touren unternommen haben. Aber ein passendes Hotel in La Paz zu finden, ist sicherlich nicht schwer...so wie in den meisten Großstädten. Insgesamt verbrachten wir 6 Nächte in La Paz.

    La Paz

    Der Titicacasee ist ca. 3 bis 4 Stunden mit dem PKW von La Paz entfernt. Um das bolivianische Copacabana zu erreichen, setzt man mit einer Art Fähre über den Titicacasee. Von dort sind es dann nochmal etwa 30 bis 45 Minuten bis nach Copacabana. In diesem beschaulichem Städtchen sind verwinkelte Gassen mit einem großen touristischem Angebot und eine relaxte Backpacker-Atmosphäre zu finden. In der Stadt als auch an der Seepromenade werden Forellengerichte, warme Mützen, Schals, Handschuhe und allmöglicher Klimbim verkauft. Copbacabana bietet viele Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und Bars.

    Titicacasee

    Ein weiteres und unverzichtbares Ziel ist die präkolumbische Ruinenstätte Tiwanaku (1500 v. Chr. bis 1200 n. Chr.). Von La Paz aus beträgt die Fahrt dorthin ca. 2 Stunden. Die Ruinenstätte einer Prä-Inka-Kultur gehört zum Welterbe der Unesco und liegt ca. 4000 m ü.d.M. Es wird vermutet, dass es sich bei Tiwanaku um eine Tempelstadt oder eine Handelsmetropole am Titicacasee handelte. In vielen Dingen tappt man jedoch noch im Dunkeln.

    Der Eintrittspreis zu den Ruinen beträgt für Touristen 80 BOB und für Bolivianer nur 10 BOB. Die Landschaft drumherum ist relativ karg.

    Ruinas Tiwanaku

    Ruinas Tiwanaku



    4-Tages-Tour ab Tupiza

    Das nächste Ziel unserer Reise sollte nun Tupiza sein. Der Plan war, von dort eine geführte 4-Tages-Tour in Richung Uyuni zu machen. Allerdings sind wir aufgrund einer Straßen-Blockade nur mit viel Mühe und Einsatz bis nach Potosi gekommen. Mit den Straßen-Blockaden ist das in Bolivien so eine Sache. Wir hatten gleich zweimal das "Glück". Aufgrund von Streiks wurden die Hauptzufahrtsstraße mit Steinen und Fahrzeugen blockiert, sodass die Busse oder auch PKWs keine Chance hatten weiter zu fahren und teilweise tagelang auf die Freigabe warten mussten. Somit ist es wichtig einen guten Trekking-Rucksack, genügend Bargeld, Wasser und ein paar Überlebens-Kekse dabei zu haben...wenn es dann mal wieder etwas länger dauert oder man unerwartet einen Teil der Strecke zu Fuß gehen muss. Ihr solltet zudem für die Busfahrten auf jeden Fall auch warme Kleidung zur Hand haben...vor allem dann, wenn ihr plant über Nacht zu fahren.

    Wir haben uns dann nach ca. sieben Stunden Wartezeit entschieden, unser Gepäck auf den Rücken zu schnallen und loszulaufen. Nach einigen Stunden waren wir dann in der Silberminen-Stadt Potosi (auf 4065 m) angekommen. Der Aufenthalt in Potosi war geplant, aber eigentlich für einen späteren Zeitpunkt. Manche Sachen kann man einfach nicht beeinflussen. Übernachtet haben wir dort in einer Unterkunft über "airbnb" - nur zu empfehlen. Hübsches Apartment (Heizung vorhanden) mit sehr freundlichen, flexiblen und hilfsbereiten Gastgeberinnen. Ohne Veronica und ihre Mutter hätten wir wohl unter einer Brücke schlafen müssen, denn die Stadt war aufgrund des Streikes wie ausgestorben. Aufgrunddessen hatten wir auch leider keine Gelegenheit Potosi näher zu erkunden...bzw. eine Minenführung zu unternehmen.

    Am nächsten Tag ging es weiter...zu Fuß, Motorad-Taxi und Bus...von Potosi nach Tupiza. Eine Nacht verbrachten wir im Hotel "Mitru" um am Folgetag mit der 4-Tages-Tour (Anbieter: Tupiza Tours) von Tupiza in Richtung Uyuni beginnen zu können. Wir waren eine Gruppe von nur fünf Touristen, einem Fahrer sowie einer Köchin, die uns während der Tour verpflegte. Die Tour war perfekt organisiert und die Guides waren zudem sehr kompetent. Hinweis: Die Eintrittspreise zu den einzelnen Attraktionen während der vier Tage sind im Tour-Preis nicht inbegriffen (ca. 400 BOB/Person). Die Unterkünfte während dieser Tage waren sehr, sehr einfach. Das heißt: Kein warmes Wasser, was bei den kalten Temperaturen das Waschen und Zähneputzen nicht angenehm machte. In der Regel lagen wir schon zwischen 08.30 Uhr und 09.00 Uhr im Bett, da es so kalt war, dass wir nur noch in unseren warmen Schlafsack kriechen wollten. Zudem gab es hin und wieder auch kein Licht und die Nächte waren auch recht kurz.

    Die Tour führte uns zu vielen beidruckenden und wunderschönen Orten!

    Hier einige Bilder:



    Ruinas

    Valle de Rocas






     





    cactus petrificados


    Das Highlight der Reise war sicherlich der "Salar de Uyuni"!

    Salar de Uyuni

    Dieses "Weiße Meer" ist etwa 160 km lang und 135 km breit. Zwischen Dezember und März/April wird der Salar durch Regenfälle regelrecht überflutet und kann bis Mai/Juni unter Wasser stehen. Dies solltet ihr bei eurer Reiseplanung beachten.

    Salar de Uyuni

    Salar de Uyuni


    Inmitten des Salars befindet sich die Isla Incahuasi mit ihren bis zu 1200 Jahre alten Kakteen. Teilweise sind sie bis zu zehn Meter hoch und mit zentimeterlangen, spitzen Stacheln übersät. Eine ca. einstündige Wanderung über die Insel führt bis zum höchsten Punkt. Von dort hat man einen tollen Blick über den Salar. Der Eintrittspreis von 30 BOB lohnt sich auf jeden Fall.

    Isla Incahuasi
    Die Tour endete am 4. Tag in Uyuni gegen 14.30 Uhr. Von dort ging es dann mit dem Nachtbus wieder nach La Paz zurück. Dort hatten wir dann noch zwei Tage zur Erholung *grins*, bevor es wieder nach São Paulo zurückging.

    Es war eine tolle und beeindruckende Reise, die mir stets in Erinnerung bleiben wird...inklusive einiger Abenteuer, die wir gut gemeistert haben und den Urlaub auf keinen Fall negativ beeinflusst haben. Im Nachhin schmunzeln wir darüber.

    Ich hoffe, dass euch mein Reisebericht über Bolivien gefallen hat und ich würde mich freuen, wenn ich euch neugierig gemacht habe. Vielleicht plant ihr ja bald selber euer Bolivien-Abenteuer.

    Alles Liebe!




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